Langwortbilder




Die Lust an theoretischen Bezügen und dem Spiel mit Wortformen und Textgattungen charakterisieren Michael Endlichers Arbeiten.
Kennzeichnend für seinen Umgang mit Sprache ist, dass er gesellschaftliche oder im Kunstbetrieb schwelende Themen aufgreift und
mediale Floskeln als Ausgangsmaterial verwendet. Er generiert aber in der Kompilierung neue Wort- und Textschöpfungen, denen
literarischer Eigenwert zukommt. In seinen Langwortbildern prolongiert er ohnehin komplexe Wortzusammensetzungen und versieht sie
mit einer Schlusspointe. Mit mittels Schablonen gemalten Blockbuchstaben unter Ausschöpfung der Bildfläche ohne Rücksicht auf
orthografische Teilungsregeln wird der Leseprozess erschwert. Die visuelle Gestaltung ist ein wesentlicher Aspekt seines Konzeptes.
Die Leser/Betrachter sind gezwungen, Buchstabe für Buchstabe das Wort zu entschlüsseln, es ist nicht auf einen Blick erfassbar. Dadurch
kommt es zu einer zeitlichen Verzögerung des Verstehens, bis am Ende ein AHA-Erlebnis ein Schmunzeln oder Lachen provoziert.
Eva Maltrovsky